Nachgefragt: Unterwegs

uliboettcher unterwegs quer - Nachgefragt: Unterwegs

Nachgefragt: Unterwegs

Am 3. April hat Uli Böttcher mit seinem Soloprogramm „Unterwegs“ Salzburgpremiere im kleinen theater. Wir haben beim Künstler nachgefragt:

kleines theater: Nach dem erfolgreichen Soloprogramm „Ü40, die Party geht zu Ende“ zeigst du jetzt deine neues Programm „Unterwegs“ im kleinen theater, auf was könönen die Zuschauerinnen und Zuschauer sich freuen?

Uli Böttcher: Nun, es geht im Prinzip auch wieder um Niederlagen und gescheiterte Versuche, die man im Verlaufe des Lebens so wegstecken muss. Das ist immer unterhaltsam und im Falle von „unterwegs“ versuche ich auch noch aufzuzeigen, dass man Erfahrungen, die man aus Niederlagen zieht, nicht allzu ernst nehmen sollte.

kleines theater: 2016 ist dein persönliches 30 jähriges Bühnenjubiläum, welches Resumee ziehst du aus diesen vergangenen 30 Jahren?

Uli Böttcher: Dass ich die nächsten 30 Jahre eigentlich ähnlich weitermachen will. Ich habe ja ein unglaublich privilegiertes Leben. Ich darf meinen Lebensunterhalt bestreiten, in dem ich mich mit Dingen beschäftige, die mich sowieso beschäftigen. Andere Menschen müssen für ihre Therapie bezahlen.

kleines theater: Gibt es lustige Episoden, die du immer wieder gerne erzählst?

Uli Böttcher:  Ja klar. Viele! Die schönsten Episoden sind aber die, die von Niederlagen handeln (siehe oben). Ich erinnere mich an ein sehr ambitioniertes Projekt, das ich mit ein paar Mitstreitern Anfang der 2000er Jahre umsetzen wollte. Der Plan war, einen Kinofilm ohne Tonspur zu zeigen und diesen dann live nach Vorgaben aus dem Publikum improvisierend zu synchronisieren. Die Premiere dieses Formats verlief einigermaßen gut, was aber vor allem daran lag, dass uns das Publikum (hauptsächlich bestehend aus Freunden und Familie) mehr als gewogen war. Das erste Gastspiel war dann allerdings ein Fiasko. Die Zuschauer waren mit unserem Avantgardismus komplett überfordert und zeigten das auch lautstark. Bereits zur Pause war der Saal halbleer, nach der Pause war so gut wie niemand mehr da. Die zweite Vorstellung war damit auch die Derniere.

Daraus kann man lernen, dass man Freunden und Familie nicht über den Weg trauen kann.