Nachgefragt: Fritz Egger

herrkarl - Nachgefragt: Fritz Egger

Nachgefragt: Fritz Egger

Am Samstag, 18. August findet die Vorstellung „Der Herr Karl“ mit Fritz Egger statt. Wir haben bei dem Schauspieler nachgefragt:

kleines theater: „Der Herr Karl“ das bekannte Bühnenstück von Helmut Qualtinger und Carl Merz. Wie bist du auf die Idee gekommen, dieses Stück auf die Bühne zu bringen?

Fritz Egger: Ich wollte den „Herrn Karl“ schon immer spielen. Erstens weil das Stück, wie selten eines, Kabarett und Schauspiel verbindet. Und zweitens, weil der „Herr Karl“ so ein vielschichtiger, bemitleidens- und zugleich hassenswerter Paradeösterreicher ist, also einfach eine unglaublich dankbare Rolle, wie man als Schauspieler sagt. Außerdem feiern wir ja dieses Jahr „100 Jahre Republik Österreich“ und gedenken des „Anschlusses“ vor achzig Jahren, da war die Idee naheliegend.

kleines theater: Du bist schon seit vielen Jahren immer wieder auf der Bühne des kleinen theaters zu sehen. Was bedeutet für dich das Haus der freien Szene?

Fritz Egger: Wenn du so willst, ist das kleine theater meine schauspielerische wie auch kabarettistische „Heimat“. Ich habe bei der Eröffnungspremiere des Theater 1984 von Büchners“Dantons Tod“ schon in kleinen Rollen mitgemacht. 1986 dann hier meine erste Hauptrolle – eher schlecht als recht – gespielt, nämlich den Jimmy Porter in „Blick zurück im Zorn“ von John Osborne. Und schließlich stand ich hier am 25.November 1989 zusammen mit Peter Scholz und Johannes Pillinger zum ersten Mal als Kabarettist auf der Bühne, bei der Premiere von „Abklingendes Österreich“. Das erste Kabarettprogramm des AffrontTheaters, welches wir drei ein halbes Jahr vorher gemeinsam mit Fritz Popp und Manfred Koch gegründet hatten !

kleines theater: Du präsentierst den Herrn Karl als typischen Wiener bis zum opportunistischen Mitläufer aus dem kleinbürgerlichen Milieu. Als Schauspieler allein auf der Bühne eine große Herausforderung, oder?

Fritz Egger: Ja natürlich, vor allem weil man erst einmal immer mit dem großen Helmut Qualtinger verglichen wird. Aber für jede große Rolle – und der Herr Karl ist „österreichische Weltliteratur“ – gibt es große Vorbilder, da darf man halt nicht allzuviel Spundus haben. Ich wollte ja auch Qualtinger nicht nacheifern oder ihn gar kopieren, sondern mich selbst in die Figur versetzen. Vielleicht auch, um annähernd herauszufinden, wie hätte ich mich „damals“ verhalten? Aus heutiger Sicht ist es ja leicht, zu urteilen! Und ich glaube, auch für das Publikum zu sprechen, wenn ich sage, man kommt beim Spielen wie auch beim Zuschauen auf überraschende Erkenntnisse.

Wenn mir nach der Vorstellung jemand sagt: „Ich habe deinen Karl fast ein bischen lieb gewonnen, obwohl er manchmal schon ein ziemliches A… war!“ Tja, dann freu ich mich ;-)!!

Kartenbestellung: www.kleinestheater.at/programm/stuecke/505-der-herr-karl/