Nachgefragt: Martin Salzbacher

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Nachgefragt: Martin Salzbacher

Am Mittwoch, 29. August tritt der in Salzburg lebende Kabarettist Martin Salzbacher, dessen Wurzeln im Mühlviertel verankert sind, bei uns auf. Wir haben bei dem Künstler nachgefragt:

kleines theater: Seit wann machst du denn Kabarett und wie kam es dazu?

Martin Salzbacher: Ich würd sagen durch hunderte kleine Zufälle.
Mein erster Auftritt war vor ca. 20 Jahren am Tag der offenen Tür im Gymnasium. Ich sollte ein kurzes Referat halten, aber ich wollt mir die ganze Arbeit ersparen und hab einfach einen alten Text vom Hader auswendig gelernt. Das kam ganz gut an, aber dann war viele Jahre Pause.
Ich hab zwar seitenweise Texte geschrieben die ich witzig fand – aber nur für mich. Ich hab das nie jemanden lesen lassen, war ziemlich introvertiert und hätt nie daran gedacht mich auf eine Bühne zu stellen.
Aber 12 Jahre später hab ich eine Studentin kennen gelernt, und hab ihr erzählt dass ich an einem Kabarett schreibe um sie zu beeindrucken. Es hat sich dann rausgestellt, dass sie einen festen Freund hat. Und dass sie treu ist. Und dass sie im Vorstand eines kleinen Kunst- & Kulturfestivals sitzt. 3 Monate später hatte ich meinen ersten richtigen Auftritt. Introvertiert hin oder her – zu dem Angebot konnte ich schlecht nein sagen.

kleines theater: Um was geht’s in deinen Stücken? Hast du ein persönliches inhaltliches Ziel, welches sich der oder die Besucher*in mit nach Hause nehmen soll?

Martin Salzbacher: Fix definiertes Ziel gibt es ehrlich gesagt keines. Sowas hatte ich aber auch noch nie im Leben.
Ich mach mir eine Flasche Wein auf, setz mich vors leere Papier und schreibe.
Die Hälfte davon kommt am nächsten Tag in den Papierkübel. Worüber ich am nächsten Tag auch noch lache kommt in die engere Auswahl. Und wenn ichs ein Monat später auch noch witzig finde kommts ins Programm. Und so gestaltet sich der Inhalt. Zufällig. Da fließt dann natürlich schon viel persönliches mit rein, aber auf der Bühne kannst du mehr erzählen als deinem besten Freund, weil jeder denkt es wär eh nur ein Schmäh.
So gesehen ist das Ziel, dass das Publikum über das lacht was ich witzig finde. Würd ich mich hinsetzen und mich fragen, was das Publikum im Wiener Gartenbaukino witzig findet, wär das Papier immer leer, weil ich die Leut dort ja nicht persönlich kenne.

kleines theater: Sind für dich bereits Auswirkungen bei öffentlichen Auftritten spürbar, aufgrund der aktuellen politischen Tendenz?

Martin Salzbacher: Leider sind noch keine Burschenschafter auf die Bühne gestürmt um mich zu verprügeln – da wärn wir am nächsten Tag auf allen Titelblättern.
Aber die Förderungen für Kunst und Kultur werden von solchen Regierungen gern gekürzt. Das schadet dann meistens den NachwuchskabarettistInnen, weil die sich plötzlich sogar die Anfahrtskosten zum Auftritt selber zahlen müssen.
Aber es ist ja nicht so als hätten sich von heute auf morgen die Persönlichkeiten aller ÖsterreicherInnen komplett verändert. Die Witze ziehn immer noch so gut wie vor der Wahl.

Kartenbestellung: www.kleinestheater.at/programm/stuecke/544-zweierlei-vom-kabarett/