Vorwort Programm Jänner-März 2016

Vorwort 0103 2016 - Vorwort Programm Jänner-März 2016

Vorwort Programm Jänner-März 2016

Liebe Zuschauerinnen! Liebe Zuschauer!

Manchmal kommt jemand nach einem Auftritt zu mir und sagt: „Danke, dass Sie mich so zum Lachen gebracht haben. Das Leben ist eh oft zum Weinen.“ Dann fällt mir Friedrich Dürrenmatt ein, der einmal gesagt hat: „Wer aus dem letzten Loch pfeift wie wir alle, kann nur noch Komödie verstehen.“ Eine Komödie richtet sich wohl in erster Linie an die Lachmuskeln des Publikums, eine gute Komödie aber auch an das Hirn, an das Denken, denn sie ist immer eine Waffe gegen die allgegenwärtige Verdummung. Wenn man sich gute Komödien genauer anschaut, dann ist ihr Hintergrund sehr ernst, so liegt in jeder Komik auch eine ordentliche Portion Tragik. Wir lachen über Leute auf der Bühne, die sich gegenseitig betrügen, die Beziehungskrisen ausfechten, die das ihnen zustehende Stück Glück im Leben suchen und leider immer wieder scheitern. Wir lachen über deren Unfähigkeit zu lieben, über deren absurd-komplizierten Umgang miteinander, über deren Ungeschicklichkeit und Einsamkeit. Wir lachen, weil wir erkennen dürfen, dass es uns nicht genauso ergeht oder weil wir erkennen können, dass es jemand anderem ebenso ergeht wie uns. Wir sind dankbar, dass es die Komödie gibt und freuen uns, dass doch alles letztlich gut ausgeht. Diese Form des Theaters macht vieles leichter und erträglicher, sie zeigt uns, dass wir nicht allein sind in unserer Unbeholfenheit und mit unserem Scheitern an Dingen, die eigentlich ganz einfach wären. Denn Humor ist die letzte Zuflucht des denkenden Menschen. Wenn man die Tiefen des Lebens so präsentieren kann, dass man sich nicht mehr davor zu fürchten braucht und herzlich darüber lachen darf, dann hilft es, das Leben besser zu verstehen und für sich zu meistern. „Wenn es dir schlecht geht, dann schreib eine Komödie!“, sagte Billy Wilder.

In diesem Sinne freuen wir uns auf Ihren Besuch im kleinen theater.

Peter Blaikner