Stückdetails

Die Brennesseln
Alle Macht den Ratings
Das 32. Programm des Kabaretts "Brennesseln"
Von Alfred Aigelsreiter
Musik Peter Siderits
Mit Alfred Aigelsreiter, Robert Herret, Paul Peschka, Peter Siderits
Spieldauer ca. 120 min
Pause nach ca. 60 min

"Alle Macht den Räten" hieß es zur Zeit der russischen Oktoberrevolution. Fast 100 Jahre später haben aber die Ratings das Sagen und der Tanz auf dem Vulkan geht hurtig weiter. Das Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Märkte. Die Banken laufen heiß, es kracht im Gebälk, aber die Gelddruckmaschinen rotieren weltweit auf Hochtouren. Es gibt derzeit nichts, was nicht heruntergestuft wird. Politiker, Programme, Sparpläne, Parteien. Bei uns steht demnächst ein Kreuzerl-Event - eine Wahl - vor der Tür, eine Wahl. Aber niemand interessiert sich dafür. Was bringen Wahlen, wenn wieder nur die üblichen üblen Postenmaximierer zur Disposition stehen? Egal.

Auch die österreichische Nationalphilosphie "Wir werden kan Richter brauchen" ist komplett fehl am Platz. Wir werden viele, sehr viele Richter brauchen, um den gelackten Karrieristen, angefütterten Klüngel-Bubis, Vertuschungskapazundern beim Redewettbewerb der Verschleierung Mores zu lehren. Auch den politischen Hütchenspielern, den Virtuosen des verbalen Leerlaufs und geistigen Mogelpackungen in den Parteien werden gehörig die Leviten gelesen. Die Geronten flüchten in Scharen vor der Enkelgeneration, die ihnen die Sparbücher abtrotzen möchte. Anonyme Analphabeten besitzfleischen die Parkbänke, man siegt den Waffenhändler-Drohung gleich. Zwischendurch schauen die "Nesseln" den geistig insolventen Volkskvertretern ausgiebigst aufs Maul, wenn sie eine Debatte mir Argumenten auf Nullniveau befeuern. Fernab von jeglicher Comedy wird die packelnde und betakelnde Debakel-Crew im Lande wort- und pointenreich ins Visier genommen. Irgendjemand muß den Phrasenmüll ja wegräumen, den die Beschwichtigungsnihilisten, Demoskopen-Dummies und Sachzwangzwerge dem Lande hinterlassen. Das machen die "Nesseln sehr gern, sie sisyphussen sich quasi durch die Republik und ihre Skandale, stets eine verbale Gemeinheit im Mundwinkel, sehr zum Gaudium des Publikums.

"..niveauvolle Beleidigungen..die Sprache ist ihre Waffe, ob in Prosa, Lyrik oder Liedform.." Wiener Zeitung

Kabarett

Juli 2013

DatumBeginnVeranstaltungTicketinfo
Mittwoch03.07.Beginn20:00
Salzburg-Stadt Premiere
Alle Macht den Ratings
Donnerstag04.07.Beginn20:00
Alle Macht den Ratings
Freitag05.07.Beginn20:00
Alle Macht den Ratings
Samstag06.07.Beginn20:00
Zum letzten Mal
Alle Macht den Ratings