Nachgefragt: Schnöde Bescherung

schnoede bescherung - Nachgefragt: Schnöde Bescherung

Nachgefragt: Schnöde Bescherung

kleines theater: Was hat euch inspiriert in der „stillsten“ Zeit des Jahres ein „Schrille-Nacht-Kabarett“ vom Feinsten aufzuführen?

Edi Jäger: Naja, das mit der Stille im Dezember ist ja so die Frage bzw. was da schrill ist, der Advent oder unser Programm. Es gibt Zuschauer die kommen jedes Jahr zur „schnöden Bescherung“ und eine Zuschauerin meinte mal, da könne sie dann endlich abschalten und durchatmen. Oder einer hat uns mal besonders begeistert, der hat angerufen im Kartenbüro, wollte unbedingt noch 8 Karten für das Programm und hat gesagt: „Sonst hat Weihnachten für mich keinen Sinn.“ Also das macht
uns sehr stolz und vorfreudig auf diese Abende im kleinen theater. Und wir genießen es einfach, wenn wir in der Zimt & Zucker-Zeit eine zarte Prise Chili in die Herzen, Köpfe und auf die Lachmuskeln der Zuschauer streuen dürfen.
Die Inspiration dazu kam vor ein paar Jahren: wir sahen urplötzlich ein strahlendes, glitzerndes Licht und hörten eine warmherzige Stimme, die sprach … sehr undeutlich … und außerdem wollten Stefan Schubert, unser Gitarrist und ich gemeinsam etwas auf die Beine bringen und stellten plaudernd fest, dass wir beide uns schon länger mit der stillen Zeit beschäftigen. Stefan mit spannenden musikalischen Arrangements traditioneller Weihnachtslieder und ich mit
entsprechender satirischer Literatur. Zwei Monate später und mit zwei weiteren furiosen Musikern, nämlich Alex Meik (bass) und Peter Angerer/Philipp Kopmajer (drums), standen wir dann auf der Bühne. Und wenn sie nicht gestorb … ähh wenn wir weiterhin so viel Vergnügen haben, dann spielen wir wohl noch länger als die Rolling Stones.

kleines theater: Wird der Zuschauer sich nach Eurem Auftritt vielleicht kritischer mit dem traditionellen Weihnachtsfest auseinandersetzen und auf eine etwas „andere“ Weise feiern wollen als sonst?

Edi Jäger: Das ist eine gute Frage, ich habe keine Ahnung, aber ich werde die Zuschauer heuer mal fragen, wie das ist und ich werde sie bitten die Wahrheit zu sagen. Vielleicht machen wir eine Umfrage und machen danach einen umfassenden Bericht mit Vorschlägen, Anregungen etc.: „very best of christkindfest“.Das wäre eigentlich auch eine gute Idee für das Privatfernsehen, so ähnlich wie beim Dschungelcamp, vielleicht DAS ADVENT CAMP – Es sind 4 Wochen im Dezember! Sie sind allein! Sie ernähren sich nur von Glühwein und Christstollen und sie sind eingesperrt in einem Container mit Schafen und Hirten auf Gut Aiderbichl! Wer hält bis zum 24.12. durch!? Hilfe!
Holt mich hier raus! Oder: Der KICK OUT – Adventskalender: Jeden Tag öffnen wir ein Fenster und einer fliegt raus.Also wir wissen nicht, ob sich dann jemand kritischer mit dem Fest auseinandersetzt, wenn sie/er unser Programm gesehen hat, aber wir finden es jedenfalls kritisch, wenn man nicht nach einem wunderbaren
Fest für alle strebt, voll gottvoller Freude und höllischem Vergnügen. Amen.

kleines theater: Welchen Bezug habt ihr vier zum kleinen theater?

Edi Jäger: Die Frage ist ein Volltreffer! Das ist ein bisschen so wie bei den Dalton-Brüdern und dem wilden Westen, keiner kann leben ohne den anderen.Was wären die Dalton-Brüder im Kaukasus? Oder wir vier beim Adventsingen?
Nein wirklich, wir haben eine sehr innige Beziehung zum kleinen theater, das Haus ist ja ein alter Weinkeller und einer der Musiker ist bei den ersten Proben in Tränen ausgebrochen. Wir mussten die Proben abbrechen und machten eine systemische Familienaufstellung mit ihm, weil wir irgendwann alle heulten und bei der Aufstellung wurde klar: seine Vorfahren waren starke Weintrinker.
Für uns und unser Programm ist das kleine theater einfach: best place in town! (Aber nach der Japan/China-Tournee garantieren wir für nichts).
Sayonara! Hallelujah!